Diaspora – Eine echte Facebook-Alternative?
Eines gleich vorweg: Nein, es gibt sie noch nicht, die Alternative zu Facebook. Aber vielleicht bald. Nach wie vor ist das “million dollar baby” von Mark Zuckerberg das Aushängeschild im Social Web, mit über zwei Millionen Usern allein in Österreich.
Doch nicht alles läuft bei Facebook so erfreulich, wie der tägliche Zuwachs an neuen Fans. Seitens Datenschützern hagelt es, trotz vieler Optimierungsversuche von Facebook, Kritik wegen der komplexen Privatsphäre-Einstellungen. Ob der früher heißeste Anwärter auf die WWWeltherrschaft Google mit seinem geplanten Facebook-Klon Google.me hier eine Antwort bietet, ist zu bezweifeln – zumal die ja nicht nur in dem selben, sondern in noch einem größeren Boot sitzen.
Die Antwort auf den Ruf nach kontrollierter Privatsphäre
So war es also nur eine Frage der Zeit, bis ein paar gefinkelte Programmierer auf die naheliegende Idee kamen, dem Wunsch der User nach mehr Privatsphäre nachzukommen und eine datengeschützte Alternative zu Facebook zu schaffen. In dem Fall sind diese Programmierer vier New Yorker Informatik-Studenten von der NYU und die Alternative heißt: Diaspora.
Im April 2010 stellten Daniel Grippi, Maxwell Salzberg, Raphael Sofaer und Ilya Zhitromirskiy ihr Projekt auf der Fundraising-Plattform Kickstarter.com vor. Der Titel machte bereits neugierig: “Diaspora – the privacy aware, personally controlled, do-it-all distributed open source social network”. Also eine Social Media Plattform, die den Usern 100% Kontrolle über die eigene Privatspähre gibt, indem alle Daten auf dem persönlichen Webserver gespeichert werden. Alle Informationen aus anderen Plattformen, wie Facebook-Profil, Tweets, Flickr-Fotos, etc, wird dort zusammengefasst und über eine gesicherte Verschlüsselung geteilt. Noch dazu soll das Ganze auf Open Source Basis laufen, wodurch den Weiterentwicklungen keine Grenzen mehr gesetzt sind. Mehr Infos zum Projekt gibt es hier und in diesem Video:
Ihr Ziel war es, 10.000 $ an Spenden zu sammeln, um das Projekt zu finanzieren. Keiner der vier Studenten hätte wohl erwartet, dass sie diese Summe nicht nur ein paar Wochen später bereits erreichen werden, sondern auch noch weit mehr Unterstützung bekommen sollten: Am 1. Juni hatten sie ihr geplantes Budget beisammen, mittlerweile haben bereits 6479 Personen auf Kickstarter insgesamt über 200.000 $ gespendet.
Damit lässt es sich natürlich gut arbeiten, und das tun sie auch fleißig – wie in ihrem Blog zu lesen ist. Dort berichten die Vier laufend über die aktuellen Entwicklungen und geplante Features, die auf jeden Fall sehr vielvesprechend klingen (OpenID, Voice-over IP, Distributed Encrypted Backups, Instant Messaging protocol, UDP integration,…).
Dass Facebook den zukünftigen Mitbewerber ernst nimmt, sieht man an diesem Foto, das auf der Disporia-Fanseite veröffentlicht wurde.
Doch das hält die vier ehrgeizigen Entwickler nicht auf. Bereits im September 2010 soll Diaspora starten, und dann wird sich zeigen, wie wichtig es den Usern ist, ihre Privatsphäre kontrollieren zu können.
Facebook Kommentare:





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Naja, wahrscheinlich ähnlich, wie Facebook – über Werbung. Ich schätz mal, dass man für den Account nur bezahlt, wenn man den Server selbst hosten will. Dem Satz nach zu urteilen: "We call these computers 'seeds'. A seed is owned by you, hosted by you, or on a rented server." wirds wahrscheinlich drei Pakete geben.
mal sehen was dabei rauskommt! klingt nach einer guten sache, aber wie wollen die kohle machen? bezahlter account?
mpg
martin