Wie Sie auf Facebook die junge Zielgruppe erreichen

In den ersten Jahren des neuen Jahrtausends wurden die Fragen nach der Handynummer bei Jugendlichen immer beliebter. Es wurde gestritten, geflirtet, Schluss gemacht per Handy. Jeder brauchte eines, manche Kinder hatten schon mit 8 – 9 Jahren ihr erstes Handy. Doch ist die Frage nach der Handynummer noch aktuell? Immer öfter fragen Jugendliche heutzutage nicht mehr nach der Handynummer sondern danach, einander bei Facebook zu adden. Facebook hat also die Art der Kommunikation innerhalb von ein bis zwei Jahren grundlegend geändert. Müssen Unternehmen ihre Art zu kommunizieren jetzt auch ändern? Zahlt sich Werbung in Social Media für Jugendliche überhaupt aus? Die Frage kann ganz klar mit Ja beantwortet werden. Leider ist Österreich hier, wie prinzipiell im gesamten Online Werbe Bereich, der restlichen Welt hinterher. In Österreich belaufen sich die Spendings im Online Bereich bei ~ 7 %, in Großbritannien sind es weit über 30 %.

Speziell bei Facebook hört man immer wieder, dass das doch nur was für Jugendliche ist. Fakt ist allerdings, dass der Durchschnittsuser ca. 27,5 Jahre alt ist – Tendenz steigend. Natürlich nutzen sehr viele Jugendliche oder Studenten Facebook. So haben 97,68 % der 14jährigen in Österreich einen Facebook Account. Mit einer Zielgruppenrelevanten Werbung können also fast 98 % aller 14jährigen in Österreich erreicht werden. Schafft das ein anderes Medium? In der Werberelevanten Zielgruppe der 14 – 29jährigen sind es immerhin noch 75 von 100 Personen, die mit einer Werbekampagne auf Facebook erreicht werden können. Mit einem durchschnittlichen Klickpreis von 30 – 40 Cent bewegt sich Facebook dabei noch am unteren Ende der Werbepreise.

„Anteil der Facebook Nutzer an der Gesamtbevölkerung nach Alter“ von Görlitz Thomas © 2010 (Quellen: Statistik Austria und Facebook Werbeanzeigentool)

„Anteil der Facebook Nutzer an der Gesamtbevölkerung nach Alter“ von Görlitz Thomas © 2010 (Quellen: Statistik Austria und Facebook Werbeanzeigentool)

Wie kann man Jugendliche auf Facebook am besten ansprechen?

Wenn man schon eine Unternehmens-Seite auf Facebook hat, sollte man sich, gerade bei Jugendlichen, an ein paar grundlegende Sachen halten:

  • KISS – Keep it short and simple. Kommunizieren Sie mit den Jugendlichen mit maximal 140 Zeichen. Längere Nachrichten werden nicht mehr gelesen, weil viele schnell das Interesse daran verlieren, wenn sie sich zu lange damit beschäftigen müssen. Sprechen Sie außerdem in der Sprache der Jugendlichen, versuchen Sie authentisch zu sein.
  • Nutzen Sie die Zeiten wo Jugendliche online sind. Vormittags wenn diese in der Schule sind, oder abends sind gute Zeiten, um Jugendliche zu erreichen. Mittags und nachmittags bekommt man meistens weniger Interaktion. Natürlich spielt das Wetter auch eine entscheidende Rolle.
  • Reagieren Sie schnell. Das bedeutet zwar auch, dass sie am Wochenende und auch abends auf ihre Seite schauen müssen, allerdings ist Facebook ein sehr schnelles Medium. Eine Anfrage, die erst nach ein paar Tagen beantwortet wird, hat sicher schon negative Kritik erzeugt. Die User wollen am besten innerhalb eines halben Tages eine Antwort auf ihre Frage/Kritik haben.
  • Interessante Nachrichten sind die besseren. Nachrichten, die zum interagieren einladen, erhöhen die Bekanntschaft Ihrer Seite. Wobei Videos mehr Interaktion erzeugen als nur Textnachrichten. Fotos wiederum erzeugen mehr Interaktion als Videos. Das erklärt sich wieder damit, dass User schnelle Information lieber haben. Bei einem Video muss man sich wieder extra Zeit nehmen, um dieses anzusehen. Bei einem Foto genügt ein kurzer Blick.
  • Weg von Produkten, hin zu Image. Es ist schwierig, via Social Media Produkte zu verkaufen, vor allem Jugendliche wollen davon nichts wissen. Es geht eher darum Stimmung und Emotionen zu erzeugen. Social Media eignet sich perfekt um sich gut zu positionieren, ein positives Markenumfeld zu schaffen. Die Marke wird angreifbar, man kann mit ihr kommunizieren.
  • Halten Sie die Jugendlichen bei Laune. Ein kleines Gewinnspiel zwischendurch, sei es nur mit einem Wert von ein paar Euro, hält Ihre Seite im Gespräch. Jugendliche freuen sich prinzipiell, wenn sie etwas gewinnen können und erzählen es auch gerne weiter. Um größere Gewinnspiele zu promoten, sollten Sie nicht davor zurückschrecken, eine größere Summe Geld in eine Applikation zu stecken. Jugendliche lieben es zu spielen, nutzen Sie das. Nicht umsonst spielen pro Monat 90 Millionen User Farmville.
  • Weniger ist mehr? Stimmt bei Facebook nicht ganz. Ein bis zwei Statusnachrichten pro Tag sind ohne weiteres drinnen, ohne die Fangemeinde zu vergraulen. Mehr sollte es dann aber, außer bei speziellen Promotions, nicht sein. Am Wochenende kann man es dann etwas ruhiger angehen. Laut Statistiken ist die Interaktion am Wochenende nicht ganz so stark wie unter der Woche.

Diese sieben Punkte gelten natürlich im Großen und Ganzen nicht nur für Jugendliche, sondern auch für alle anderen. Probieren Sie einfach selbst aus, was gut funktioniert und was nicht. Eine Statusnachricht, auf die keiner reagiert ist nicht weiter schlimm und tut niemandem weh. Probieren Sie es beim nächsten Mal dann einfach anders.

Über den Gastautor

Thomas Görlitz arbeitet derzeit für die Raiffeisenlandesbank in der Werbeabteilung und ist dort verantwortlich für Social Media, Web 2.0, Online Marketing sowie für allgemeine Trends und neue Technologien. Durch die Betreuung des Raiffeisen Clubs ist er spezialisiert auf Jugendmarketing und generell Finanzdienstleistungsmarketing.
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Diese 7 Punkte gelten natürlich im Großen und Ganzen nicht nur für Jugendliche, sondern auch für alle anderen. Probieren Sie einfach selbst aus, was gut funktioniert und was nicht. Eine Statusnachricht wo keiner reagiert ist nicht weiter schlimm und tut niemandem weh. Probieren Sie es beim nächsten Mal dann einfach anders.

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