Xperia Ischgl: Der Reisebericht zum verrückten Foursquare-Roadtrip

Eines gleich vorweg: Um in diesem persönlichen Reisebericht von webfeuer-Gründer Jonny Jelinek nicht nur Bahnhof zu verstehen, sollte man wissen, was Foursquare ist. 🙂

Alles begann mit einem ursprünglich nicht ganz ernst gemeinten Aufruf, den ich unter ein Foto auf Facebook gepostet hatte. Dort amüsierten sich gerade ein paar Foursquare-User (und Freunde) darüber, dass halb Indonesion bereits in Ischgl sei. Nicht ohne Grund stürmten die Indonesier das Tiroler Skigebit, denn kurz zuvor wurde der erste österreichische Foursquare Badge „Xperia Ischgl“ von Sony Ericsson aktiviert. Dazu muss man wissen: Die Südostasiaten gelten als Erfinder des Geocheatings (hierzulande ursprünglich als „pyrkern“ bekannt), und dort ist es fast ein Volkssport, sich Foursquare-Badges zu holen, ohne wirklich vor Ort zu sein.

Foto by Peter Urban

Nachdem ich das Kommentar gepostet hatte, kam mir plötzlich der Gedanke, dass es eigentlich ganz witzig sein könnte, tatsächlich nach Ischgl zu fahren, um sich diesen Badge ganz ohne cheaten zu holen. Das würde dem Sinn der Badges auch sehr nahe kommen: Eine Aktivität mit dem Badge zu kombinieren, um dieser virtuellen Auszeichnung einen Wert zu geben.

Zwei Freunde und Branchenkollegen waren gleich von der Idee begeistert. Zum einen Renne Tomasél von der Media Agentur Mindshare, seines Zeichens der erste Foursquare-User Österreichs und zum anderen der ebenfalls bekennende 4sq-Fan Nikola Simovic von der Agentur Freie Digitale. Zusammen (+ Peter Urban) haben wir übrigens auch die Facebook-Seite Foursquare Austria gegründet, war also nicht überraschend, dass die beiden gleich dabei waren.

Ein paar Mails später war klar: Wir ziehen das durch! Auch wenn es verrückt klang, insgesamt 12 Stunden mit dem Zug zu fahren, nur um sich ein virtuelles Goodie zu holen. Eine gute Geschichte war es allemal. Als dann auch noch der international renommierte Blog aboutfoursquare.com in den USA und foursquare-infos.de in Deutschland die Idee erwähnt hatten, gab es kein Zurück mehr.

Der 11. und 12. Dezember wurde als nächstmögliche Gelegenheit eingeplant, viel mehr Gedanken haben wir uns darüber nicht gemacht. Zwei Tage vor Abreise hat sich dann herausgestellt, dass man um den Badge zu bekommen nicht einfach nur in Ischgl, sondern in drei Locations in dem Skigebiet einchecken muss, wobei zwei davon nur per Ski erreichbar sind. Damit wurde der Roadtrip noch verrückter, als gedacht. Denn jetzt mussten wir kurzfristig innerhalb der 24 Stunden Aufenthalt auch noch einen Skiausflug einplanen.  Kein Problem, ich war zu dem Zeitpunkt gerade in der Schweiz, wo ich auf Skifahren verzichtet hatte, und so dachte ich mir, nach 10 Jahren Ski-Pause kann man’s ja ruhig mal wieder probieren. Auch Renne hatte kein Problem mit dieser zusätzlichen Herausforderung. Einzig Nikola war nicht mehr ganz so begeistert, da er sich auf den „Brettern, die die Welt bedeuten“ alles andere als zuhause fühlt. Also beschloss er, im Tal zu bleiben und von unserem Weg zum Badge als „Commander of the Mediacenter“ live auf Twitter und Facebook zu berichten. Immerhin hatten bereits viele in unserem Umfeld von dem geplanten Foursquare-Trip gehört, und die sollten auf dem Laufenden gehalten werden.

Mittlerweile interessierte sich auch Sony Ericsson für die Geschichte. Als First Mover bekamen wir sogar jeder ein Sony Ericsson Xperia X8 zugesichert und sollten von Mischka Mehner empfangen werden, der im Blog von Sony Ericsson über den Trip berichten sollte. Also verabredeten wir einen Treffpunkt in Ischgl, um die Badge-Tour gemeinsam mit ihm zu bestreiten und los ging’s.

Wie vermutet fand sich niemand um 9:00 Uhr am Westbahnhof ein, der beim Event auf Facebook zugesagt hatte. Fast niemand: Denn immerhin wurden wir überraschend von @kathaka und @angelol empfangen, die nach einer Party extra durchgemacht hatten, um uns viel Glück für den Trip zu wünschen und uns zu verabschieden.

Die 5 1/2 Stunden im Zug plus 1 Stunde im Bus wussten wir uns durchaus die Zeit zu vertreiben. Damit jeder den kompletten Trip mit verfolgen konnte, checkten wir laufend bei Foursquare, SCVNGR und Gowalla ein, posteten Fotos per Instagram und Twitpic und waren fleißig am twittern und facebooken. Klingt enorm nerdig, aber so ist das nunmal, wenn man beruflich mit Social Media zu tun hat. 🙂 Nettes Detail am Rande: @stadtkind verfolgte sogar jeden unseren Schritte virtuell auf Foursquare und begleitete uns per Checkin und auf Twitter den gesamten Trip über. Er checkte sogar im selben Hotel wie wir ein 🙂

Renne beim Einchecken, Twittern und FacebookenNikola beim Einchecken, Twittern und Facebooken

Als wir um 16 Uhr in Ischgl ankamen, führte der erste Weg gleich mal ins Tourismus-Zentrum, um uns zu erkundigen, wo sich die Checkin-Spots genau befinden und uns zu überlegen, wie der Ablaufplan für die Jagd nach dem Badge aussehen wird. Beeindruckend war, dass die nette Dame am Informationsschalter sofort wusste, worum es geht und sich mit uns gleich in der „Foursquare-Sprache“ unterhalten hat. Kein „Checkin, was?“ oder „Badge wie?“. Um einige Informationen reicher trafen wir draußen auch gleich auf Mischka vom Sony Ericsson Blog, der uns freudig empfing und uns die Handys überreichte.

Er bestätigte uns auch, dass es keine Möglichkeit gab, alle Spots zu Fuß zu erreichen. Das Angebot, uns auf der Tour am Snowboard zu begleiten und uns zu den Checkin-Spots zu führen, da er schon ein paar Tage da war, nahmen wir dankend an. Immer gut, einen Ortskundigen dabei zu haben 🙂

Mischka Mehner

Hier der dann folgende Abend im Zeitraffer: Hotel suchen und einchecken (sowohl auf Foursquare als auch im Zimmer), Niko und ich nehmen zwecks fehlender Vorreservierung das Nächstbeste -> Suite im 4-Sterne-Hotel Gramaser um 90 €/Person -> Bierchen in der Romantic Hütt’n -> am Treffpunkt Silvrettaplatz warten, ob sich uns noch jemand vor Ort anschließen will -> erkannt, dass wir wohl zu dritt bleiben -> Pizza und Bier im Gasthaus Alt Paznaun -> Apres-Ski im Kuhstall -> erkannt, dass man hier wohl Niveau und sämtliche Ansprüche auf genügend Platz vor der Tür lassen muss -> Fire&Ice Bar gegenüber -> erkannt, dass der Abend wohl länger wird, als gedacht -> [scene missing] -> Hotel -> schlafen.

Der nächste Tag hätte dann eigentlich um 09:30 Uhr auf der Piste beginnen sollen, „aus Gründen“  wurde es dann aber doch 12:00 Uhr, bis wir mit Frühstück, die eine oder andere Skiausrüstung kaufen, Ski ausborgen und Liftkarte kaufen endlich in der Gondel am Weg nach oben waren.

Jonny und Renne am Weg nach oben

Oben angekommen wurden die ersten vorsichtigen Schwünge ausprobiert. War, wie gesagt, doch 10 Jahre her, dass ich das letzte Mal auf Brettern stand. Schnell wurde mir aber klar, dass man Skifahren tatsächlich nie verlernt. 45 Minuten nach Besteigen der Gondel waren wir dann beim ersten von drei Checkin-Spots (Pardorama) und bis dahin hatte ich es auch geschafft, ohne den Schnee zu küssen. 😉

Jonny und Renne beim ersten Checkin @ Pardorama

Nach dem Checkin, der natürlich gefeiert und fotografiert wurde, ging es weiter zur nächsten Station (Xperia Ischgl Snowpark), wo ich auf dem Weg hin feststellen musste, dass überraschend auftretender Tiefschnee nicht des Skifahrers Freund ist. Zumindest meiner war er an diesem Tag nicht 🙂

Egal, nichts passiert und um 14:06 Uhr heil beim zweiten  Checkin-Spot angekommen. Hier haben wir dann ein wenig Zeit verbracht, den Boardern beim Springen zugesehen und zu der aus den Boxen dröhnenden Hip Hop Musik getanzt. 🙂 Achja, und natürlich auf Foursquare eingecheckt – damit waren zwei von drei Stationen geschafft.

Nach der kleinen Pause ging’s weiter Richtung Schwarzwand, der dritten und letzten Station auf unserer „Badge Hunt“, wo wir dann hoffnungsfroh mit dem „Xperia Ischgl“ belohnt werden sollten. Der Weg dorthin war dann auch nicht mehr allzu beschwerlich, kurzes Stück per Ski, dann nochmal mit dem Lift dann wieder per Ski. Allerdings waren wir sehr froh, dass wir Mischka als Guide dabei hatten, denn ohne ihn hätten wir in der Zeit wohl nur das Pardorama gefunden. Um zu den anderen beiden zu gelangen musste man teilweise Pisten quer überfahren, um Schneehügel herum wedeln und diverse Lifte nehmen.

Schließlich kamen wir um 14:50 Uhr beim finalen Checkin-Spot Sony Ericsson @ Schwarzwand an. Hier unsere Zieleinfahrt:

Wir waren fast ein wenig aufgeregt, als wir das Restaurant Schwarzwand betraten, um uns tatsächlich gleich den „verdientesten Foursquare-Badge ever“ zu holen.Was, wenn es jetzt nicht klappt? Wenn wir irgendwas nicht beachtet haben? Wenn uns das GPS Signal nicht korrekt erkennt, wir einchecken und ohne Badge wieder gehen müssen? Alles Gedanken, die in unserem Kopf herumschwirrten… doch… es klappte!

Da war er also endlich, der „Xperia Ischgl“ Foursquare-Badge. Und obwohl es sich dabei immer noch lediglich um eine virtuelle Auszeichnung in einem ortsbezogenen, mobilen Spiel mit der Umgebung handelte, hatte dieser Badge einen unbeschreiblichen Wert für uns.

We unlocked the Xperia Ischgl badge!

Bei der Talabfahrt waren wir einfach nur glücklich, weil wir diesen verrückten Trip tatsächlich durchgezogen haben und alles geklappt hat. Es war mir auch egal, dass ich dem Schnee dann auch noch drei Mal näher gekommen bin, als ich vorgehabt hatte. 🙂

An dieser Stelle möchte ich mich auch bei Sony Ericsson bedanken. Und zwar nicht nur für die Handys und den sympathischen Guide in Form von Mischka, sondern vor allem für die grandiose Idee, einen Foursquare-Badge nach Österreich zu holen.

„Xperia Ischgl“ wird auf ewig mit einer aufregenden, witzigen und verrückten Erfahrung verbunden ist, mit einem legendärer Trip, den wir so schnell nicht vergessen werden. Ob das halb Indonesien auch über diesen Badge sagen kann? Ich wage es zu bezweifeln.

Am Heimweg saßen wir komplett müde und erledigt im Auto von Mischka, der uns noch zum Bahnhof brachte.  Renne drehte sich zu mir und sagte mit einem äußerst motivierten Unterton „Hey, in München gibt es jetzt übrigens den Xperia Football Fan Badge… wollen wir uns den holen?“. Ich antwortete „Du bist doch verrückt… aber… warum eigentlich nicht.“. Wir waren uns einig: So einen Trip würden wir jederzeit wiederholen.

Linktips:

Twitter: Jonny Jelinek | Renne Tomasél | Nikola Simovic
Keepstream: Alle Tweets zum Nachlesen
Facebook: Fotos vom Foursquare-Roadtrip
Facebook: Foursquare-Austria
Facebook: webfeuer
Foursquare: Sony Ericsson

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6 Kommentare zu „Xperia Ischgl: Der Reisebericht zum verrückten Foursquare-Roadtrip“

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